Belgiens Eisenbahngeschichte ist ohne die großen Streckendieselloks nicht denkbar. Vor allem in den 1950er und 60er Jahren setzte die Staatsbahn auf robuste Technik, um die anspruchsvollen Strecken in den Ardennen und den schweren Güterverkehr zu bewältigen.
Diesellok 5508 Belgien
Die 5508 gehörte zu einer kleinen Gruppe von 55er-Loks, die für den Hilfsdienst auf der Hochgeschwindigkeitsstrecke (HSL/LGV) zwischen Belgien und Frankreich/Deutschland umgerüstet wurden.
Die Kupplung: Sie erhielt eine spezielle Hilfskupplung (Scharfenberg-Adapter), um defekte Thalys- oder TGV-Züge abschleppen zu können.
Die Signalisierung: Die Lok wurde mit dem Zugsicherungssystem TVM ausgestattet, damit sie überhaupt auf den Schnellfahrstrecken fahren durfte.
Die SNCB 5508 ist eine weitere Schlüsselfigur aus der legendären 55er-Reihe, die vor allem durch ihre späten Einsatzjahre und eine ganz besondere Rettungsmission bekannt wurde. Ihr Einsatz war die Rettung von liegengebliebenen Hochgeschwindigkeitszügen.
Im Gegensatz zu den glänzenden Hochgeschwindigkeitszügen, die sie retten sollte, verkörperte die 5508 die pure, unverwüstliche Mechanik.
Leistung: 1.950 PS
Dienstmasse: 110 Tonnen.
Baujahr: 1961 (als Teil der ersten Serie).
Motor: Der unverwüstliche General Motors 16-567C. Das typische „Wummern“ war auch bei der 5508 das Markenzeichen.
Diesellok 5517 Belgien
Die 5517 gehört zur großen Familie der sechsachsigen Dieselloks, die ab 1961 das Bild der belgischen Hauptstrecken prägten. Sie ist eine echte „Allround-Maschine“, die im Laufe ihres Lebens fast alles gezogen hat, was auf Schienen rollte.
Da diese Loks oft bis an ihre Leistungsgrenze beansprucht wurden, war die 5517 im Betriebsdienst häufig von einer feinen Schicht aus Ruß und Bremsstaub überzogen – ein Bild, das Eisenbahnfotografen liebten.
Sie wurde bevorzugt im Osten Belgiens eingesetzt, insbesondere auf den steigungsreichen Strecken der Ardennen (z. B. Montzen-Route nach Deutschland).
Hersteller: BN (La Brugeoise et Nivelles) mit Motoren von General Motors (EMD).
Motor: GM 16-567C (16-Zylinder-Zweitakt-Diesel).
Leistung: ca.1.360 kW (1.950 PS).
Höchstgeschwindigkeit: 120 km/h
Achsformel: Co’Co‘ (sechs angetriebene Achsen).
Gewicht: ca. 110 Tonnen
Diesellok 5531 Belgien
Die 5531 ist eine Diesellokomotive der belgischen Reihe 55 (SNCB/NMBS), die eine sehr ähnliche technische Basis wie die zuvor erwähnte 5517 hat, sich jedoch durch einige spezifische Einsatzdetails unterscheidet.
Nach dem Ende des planmäßigen Personenverkehrs mit Dieseltraktion wurde die 5531 primär im schweren Güterverkehr eingesetzt. Sie war ein häufiger Gast auf der Montzenroute (Lüttich – Montzen – Aachen-West) und zog dort schwere Stahl-, Kalk- und Kesselwagenzüge.
Ihr aktiver Dienst endete zusammen mit dem Großteil der Baureihe um das Jahr 2009. Einer ihrer letzten dokumentierten Einsätze war im Januar 2009 vor Güterzügen auf dem bekannten Göhltal Viadukt bei Moresnet.
Wie alle Loks der Reihe 55 wurde sie von BN (La Brugeoise et Nivelles) gebaut und von einem General Motors (EMD) 16-Zylinder-Dieselmotor angetrieben.
Motor: GM 16-567C (Zweitakt-Diesel).
Leistung: ca. 1.360 kW (1.850 – 1.950 PS).
Ausrüstung: Die 5531 war eine der Maschinen, die für den internationalen Personenverkehr nach Luxemburg und Deutschland mit einer elektrischen Zugheizung (ETH) nachgerüstet wurden.




